30.10.2020

Wer wird nächstes Stadtoberhaupt von Stuttgart? – Hannes Rockenbauch im Interview

Die Landeshauptstadt Stuttgart bekommt ein neues Stadtoberhaupt – am 8. November wird gewählt. Zur Wahl stehen 17 Kandidatinnen und Kandidaten. Wir stellen die aussichtsreichsten von ihnen im Kurz-Interview vor. Heute: Hannes Rockenbauch.

Was treibt Sie an, OB von Stuttgart werden zu wollen?

Hannes Rockenbauch: Meine beiden kleinen Töchter erinnern mich jeden Tag daran, wie wichtig lebenswerte Städte, bezahlbare Wohnungen und Klimagerechtigkeit für uns alle sind.

Gerade die Corona-Krise hat mich bestärkt: Die nächsten acht Jahre sind entscheidend für Stuttgart. Stuttgart braucht an der Stadtspitze mehr Mut für die Verkehrswende, mehr Entschiedenheit, um unser Wohnungsproblem in den Griff zu bekommen und bessere Konzepte, um uns auf den Klimawandel vorzubereiten und Klimagerechtigkeit umzusetzen. Ich brenne darauf, Stuttgart gemeinsam mit Ihnen zur Modellstadt für echte soziale und ökologische Politik zu machen. Als Planer bin ich es gewohnt, langfristige Perspektiven durch konkretes, gemeinsames Handeln im „Hier und Jetzt“ zu verwirklichen.

Was wollen Sie als OB für den Handel in der Stuttgarter City tun? und
Wie wollen Sie als OB die Innenstadt von Stuttgart weiter aufwerten?

Hannes Rockenbauch: Diese beiden Fragen gehören für mich zusammen. Dem Handel geht es dann besser, wenn eine Innenstadt möglichst autofrei ist und alle Menschen sich dort gerne aufhalten. Aufenthaltsqualität ist mehr als Shopping: Wir müssen das Stadtbild verbessern, brauchen mehr Räume zum Verweilen.

Die Innenstadt wird dann attraktiver, wenn dort wieder wesentlich mehr Menschen wohnen können und die Mieten dort auch für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar sind. Wohnen ist der Garant dafür, dass Innenstädte wieder Orte des Lebens und der sozialen Kontrolle werden. Aber auch die Nahversorgung  durch kleine, inhabergeführte, gute Läden (z. B. Bäcker) muss durch bezahlbare Gewerbemieten möglich sein. Hier sind runde Tische zwischen Eigentümern, Gewerbetreibenden usw. nötig.

Es besteht in bestimmten Bereichen der unteren und oberen Königstraße ein gravierender Mangel an thermobehandelten, lange haltbaren Sitzgelegenheiten in Lärchen-, Eschen- oder Buchenholz, die Passanten das Pausieren und Verweilen ermöglichen, ohne gleich konsumieren zu müssen

Den Abriss der Königstraße 1–3 sehe ich als „historische Chance“ für eine Aufwertung der Königstraße z. B. durch ein Haus der Jugend, ein Regenbogenhaus ein Haus der Kulturen oder ein Konzerthaus. 

Hier gibt es mehr Informationen zu Hannes Rockenbauch.