20.07.2018

EEG-Umlage

Der Handelsverband Baden-Württemberg sieht die Kostensteigerungen in Sachen Energie mit großer Sorge. Die Energiewende darf nicht auf Kosten von Verbrauchern und einigen Wirtschaftsunternehmen gehen, die nicht unter die EEG-Befreiung fallen. Die Energiekosten müssen fair verteilt werden.

Die EEG-bedingten Kosten belasten die Handelsunternehmen über Gebühr, treffen sie sogar gleich doppelt: Erstens zahlt der Wirtschaftszweig – obwohl er selbst drittgrößter Stromverbraucher ist – die volle und künftig noch steigende EEG-Umlage. Zweitens wird der Konsum durch die enormen Kostensteigerungen bei Energie für Verbraucher deutlich belastet. So wird zum Beispiel ein durchschnittlicher Supermarkt, der früher jährlich 18.000 Euro an EEG-Umlage zahlte, heute mit 27.000 Euro belastet.


Obwohl nur für ein Drittel des Stromverbrauchs verantwortlich, zahlen Verbraucher und Handel fast die Hälfte des Umschlagbeitrags.Alleine die Belastung durch die EEG-Umlage liegt bei über 10 Mrd. p.a.

Der Einzelhandel mit seinen fast 40.000 Unternehmen im Land bekennt sich grundsätzlich zu den Zielen der Energiewende und ist bereit, einen Teil der dafür notwendigen Kosten mit zu tragen. Die Einzelhändler selbst investieren seit Jahren in moderne Kühlgeräte, Klimaanlagen und Beleuchtung. Der Einzelhandelsanteil am jährlichen Stromverbrauch in Deutschland liegt derzeit bei enormen 7 Prozent (46 TWh). Aber gerade weil der Einzelhandel so kleinteilig ist - insgesamt aber an dritter Stelle der stromintensivsten Wirtschaftszweige steht – kommt eine Förderung als „Energieintensive Branche“ nicht in Frage. Eine Umlagebefreiung und damit die Ausweitung der ohnehin unübersichtlichen und ungerechten Vorgehensweise der Bundesregierung bei der Ausnahmenregelung ist nicht unser Ziel.

Forderungen

  • Klare, verbindliche und nachvollziehbare Kriterien für Ausnahmetatbestände zur EEG-Befreiung und Schließung der eklatanten Schlupflöcher für in Wahrheit nicht energieintensive Bereiche. Privilegien und Ausnahmetatbestände müssen Ausnahmen bleiben und entfallen.
  • Stärkere Begrenzung des förderfähigen Ausbaus Erneuerbarer Energien, eine Deckelung der EEG-Umlage und die verstärkte einmalige Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen.
  • Gewährleistung der Versorgungssicherheit als absolutes Muss.
  • Anreize schaffen: Staatliche Unterstützung von energieintensiven Investitionen (mit Blick auf die jahrelange Unterstützung bei der Erhaltung von denkmalgeschützten Gebäuden, für energieintensive Investitionen in Gebäude und energetische Technik eine Förderung sowie eine schnelle Abschreibungsmöglichkeit analog zum Denkmalschutz.)

 

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