21.05.2019

Einwegbecher sollen teurer werden - Handelsverband skeptisch

Einwegbecher etwa für Kaffee sollen nach Plänen von Umweltministerin Svenja Schulze für Hersteller teurer werden, um Wegwerf-Produkte zurückzudrängen. Der Handelsverband Baden-Württemberg ist skeptisch und kritisiert mögliche Mehrkosten für Verbraucher.

Denkbar sei etwa ein Fonds zur Beseitigung des herumliegenden Mülls, in den die Hersteller einzahlen, oder auch eine neue Regelung im Verpackungsgesetz. Zudem strebe man eine Vereinbarung mit der Gastrobranche an, damit mehr Mehrweg-Becher eingesetzt würden, sagte Umweltministerin Svenja Schulze. Das Umweltbundesamt regt Zuschläge etwa von 20 Cent pro Becher und 10 Cent pro Deckel an, um die Einwegbecher im Handel teurer zu machen als die Alternativen.

Becher aus geschäumtem Kunststoff, die in Deutschland nicht ganz so häufig sind wie Pappbecher, sollen verboten werden - das sieht eine neue EU-Richtlinie vor, die ab 2021 auch Einweg-Plastikbesteck und -teller oder Luftballon-Stäbe aus den Ladenregalen verbannt. Sie wolle erreichen, dass das in Deutschland schneller gehe, sagte Schulze. Darüber sei die mit dem Handel im Gespräch.

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 2,8 Milliarden Einweg-Becher ausgegeben - dazu gehören nicht nur die klassischen Becher für Kaffee "to go", sondern auch solche aus Getränkeautomaten. Sechs von zehn waren Pappbecher mit Kunststoffbeschichtung, die anderen bestanden nur aus Kunststoff. Dazu kamen einer Studie des Umweltbundesamts etwa 1,3 Milliarden Kunststoffdeckel, vor allem für die Pappbecher.

Beim Handelsverband Baden-Württemberg verwies man darauf, dass Kunden sich jetzt schon bei vielen Händlern entscheiden könnten - für Mehrwegbecher statt Einwegbecher. Zahlreiche Händler würden Einwegbecher zudem freiwillig aus dem Sortiment nehmen. Bei einer Fortschreibung dieser Entwicklung könnte die Handelsbranche hier zum Vorbild für andere Branchen werden. 

(mit Material von dpa)