12.06.2019

Arbeitgeber unterbreiten Angebot in 3. Runde der Tarifverhandlungen - ohne Erfolg

Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen 2019 für die Beschäftigten des Einzelhandels in Baden-Württemberg endete nach rund zwei Stunden ohne Ergebnis.

Zu Beginn der Verhandlungen verbesserten die Arbeitgeber ihr Angebot, das sie in der zweiten Runde bereits unterbreitet hatten, substantiell. Dieses sieht nun wie folgt aus:

 - Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im ersten Jahr um 1,7%
 - Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im zweiten Jahr um 1,2%

Eine Einigung gelang dennoch nicht.

Daher haben sich die Tarifvertragsparteien auf einen nächsten Termin vertagt. Die 4. Runde der Tarifverhandlungen wird am Montag, den 8. Juli 2019 stattfinden.

„Wir erwarten, dass jetzt auch die Gewerkschaft aus der Deckung kommt und mit uns am Verhandlungstisch eine tragfähige Lösung entwickelt.

Gesucht wird nach einem Kompromiss, der sowohl den Interessen unserer Belegschaften entspricht als auch Standorte und Beschäftigung absichert und von allen beteiligten Handelsunternehmen erwirtschaftet werden kann. Das schlichte Beharren auf einer viel zu hoch angesetzten Forderung bringt uns dabei nicht voran“, so der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Dr. Philip Merten.

Mit Unverständnis reagierte die Arbeitgeberseite unterdessen auf die am vergangenen Freitag stattgefundenen landesweiten Warnstreiks im Einzelhandel, zu denen die Gewerkschaft ver.di aufgerufen hatte.
Allein in der Stuttgarter Innenstadt waren mehr als 700 Verkäuferinnen und Verkäufer zur zentralen Protestdemonstration zusammengekommen. HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann bezeichnete die Warnstreiks am Mittwoch als „falsches Signal“. „Warnstreiks dieser Art treffen vor allem die Verbraucher und gefährden in einer Zeit, in der sich der Handel in der größten Transformation seiner Geschichte befindet, noch mehr Arbeitsplätze“.