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Schuhe, Mode und Textil

Mäßige Woche, ordentlicher Monat

Die Woche zwischen Black Friday und erstem Advent hat die Hoffnungen des deutschen Modehandels nur teilweise erfüllen können. Der Testclub der TextilWirtschaft errechnete für die 48. Kalenderwoche zwar ein durchschnittliches Umsatzplus in Höhe von vier Prozent, doch war die Vorlage aus 2017 mit minus acht Prozent schwach.

Für den gesamten Monat November reichte es laut TW aber zu einem knappen Plus von einem Prozent gegenüber 2017. Auf einer Vorlage von plus zwei Prozent ist das erfreulich, reicht aber nicht aus, um die Einbußen aus dem September auszugleichen.

Inhabergeführter Modehandel: 2017 ordentlicher Gewinn

Der inhabergeführte, mittelständische Bekleidungsfachhandel hat im Jahr 2017 im Durchschnitt einen betriebswirtschaftlichen Gewinn in Höhe von 3,3 Prozent vom Bruttoumsatz erzielt. Dies ist das zentrale Ergebnis des BTE-Jahresbetriebsvergleichs für das Jahr 2017. An dem Vergleich beteiligten sich insgesamt rund 100 Textilhandelsunternehmen mit Jahresumsätzen zwischen unter 300.000 und über 50 Mio. Euro brutto. Im Durchschnitt erzielten die Teilnehmer 2017 einen Brutto-Umsatz in Höhe von 5,6 Mio. Euro.

Bei den Umfrageteilnehmern standen einer Netto-Betriebshandelsspanne von 40,4 Prozent Kosten von 37,1 Prozent gegenüber. Sofern in der Handelsspanne  der teilnehmenden Unternehmen nicht bereits enthalten, wurden zusätzlich Erträge aus Skonti und Boni in Höhe von durchschnittlich 1,1 Prozent erzielt. Für die Durchschnittsberechnung wurden die gemeldeten Zahlen gleich gewertet, eine Gewichtung nach Umsatz wurde nicht vorgenommen.

Ein Vergleich mit den vom BTE veröffentlichten Zahlen der Vorjahre ist nur schwer möglich, da Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer unterschiedlich waren. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der Gewinn in 2017 aufgrund der eher günstigen Saisonentwicklung branchenweit etwas höher lag als in den Vorjahren. 2015 und 2016  waren Durchschnittwerte in Höhe von 2,4 bzw. 2,5 Prozent, zuzüglich 1,1 bzw. 1,0 Prozent Skonti/Boni-Erträge, errechnet worden.

Die Entwicklung in 2017 war damit zwar erfreulich, sie dürfte aber im Jahr 2018 aufgrund des zum Teil extrem ungünstigen Saisonverlaufs wieder deutlich negativer ausfallen.  Der ausgewiesene Gewinn für 2017 ist damit bestenfalls ein befriedigendes Ergebnis für den mittelständischen Modefachhandel, der längst nicht die Rendite vieler vertikaler Handels- und Herstellerunternehmen erreicht.

Bei Vergleichen mit anderen Berichtskreisen und der Interpretation des Betriebsergebnisses ist zudem zu berücksichtigen, dass der kalkulatorische Unternehmerlohn mit umsatzbezogenen Werten von 1 bis 5 Prozent vom Umsatz vorgegeben wurde. Für größere Unternehmen ist ein Wert von 1 Prozent in etlichen Betriebsvergleichen üblich, bei kleinen Unternehmen gibt es zum Teil unterschiedliche Ansätze, die sich dann unmittelbar auf das Betriebsergebnis auswirken. Zum besseren Vergleich von Personen- und Kapitalgesellschaften wird das Geschäftsführergehalt beim Betriebsvergleich mit in diese Position aufgenommen.

Wichtig: Die Teilnehmer am BTE-Betriebsvergleich erhielten bereits im August einen detaillierten Bericht, der auch Durchschnittswerte für verschiedene Größenklassen und Sortimentsschwerpunkte (Damenbekleidung, Herrenbekleidung und gemischtes Sortiment) enthielt.

Hinweis: Detaillierte Ergebnisse aus dem Jahresbetriebsvergleich 2017 sowie viele weitere Daten zum deutschen Textilmarkt enthält der im September erschienene „BTE-Statistik-Report 2018 Textileinzelhandel". Weitere Informationen dazu beim ITE-Verlag, E-Mail: itebestellungen@bte.de oder im BTE-Onlineshop unter www.bte.de (Rubrik: Publikationen/Marktdaten). Dort ist auch das Inhaltsverzeichnis sowie das Abbildungs- und Tabellenverzeichnis eingestellt. Außerdem werden die Ergebnisse im BTE-Taschenbuch 2019 veröffentlicht, das zum Jahreswechsel erscheint.

BTE-Onlineshop

Verpackungsentsorgung: Branchenlösung für Schuhe in Gefahr!

Zum 1. Januar 2019 tritt bekanntlich das neue Verpackungsgesetz in Kraft, das den gesamten Handel zur Registrierung jener Verkaufs- und Serviceverpackungen verpflichtet, die er selbst in den Verkehr bringt, z.B. im Rahmen seines Online-Vertriebs. Die Schuhwirtschaft hatte aus Effizienz- und Kostengründen bereits vor über 15 Jahren – gemeinsam mit der Sportbranche und dem Dienstleister Interseroh – eine effiziente und kostengünstige Branchenlösung zur Rücknahme von Verpackung im Einzelhandel ins Leben gerufen, die sich sehr bewährt hat. Die Schuhhersteller müssen seitdem ihre Handelskunden nicht einzeln anfahren, um ihre Verpackungsmaterialien dort abzuholen und einer Verwertung zuzuführen, weil Interseroh dies übernimmt. Der Schuhhandel wiederum muss die bei ihm anfallenden Verpackungen nicht lieferantenbezogen sortieren und zur Abholung durch eine Vielzahl von Schuhherstellern bereitstellen.

Die Funktionsfähigkeit dieses solidarischen Verwertungssystems, das seinerzeit vom Industrieverband HDS/L, Verbundgruppen und BDSE begründet wurde, funktioniert aber nur, wenn die Schuhhersteller die Abholung ihrer Verpackungen beim Handel dem Entsorger Interseroh übertragen. Andernfalls sind weder die Abholung bei den Anfallstellen im stationären Handel noch die Finanzierung des Gesamtsystems gewährleistet.

In letzter Zeit gab es jedoch immer mehr Lieferanten, die ihren Entsorgungsauftrag keinem oder aber anderen Dienstleistern mit vermeintlich günstigeren Angeboten erteilten, die dann allerdings den Schuh- und Sporthandel faktisch nicht anfahren - zumal ein Kontrollinstrument fehlt. Die Konsequenz: Die Verpackungen dieser Hersteller werden nach wie vor von Interseroh im Handel abgeholt, diese Leistung wird aber nicht bezahlt. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass bei einer wachsenden Zahl von Trittbrettfahrern dieses Solidar-System irgendwann nicht mehr finanziert werden kann. Da sich solche Fälle mittlerweile häufen, ist die Branchenlösung Schuhe/Sport nunmehr extrem gefährdet. Sollten sich weitere Lieferanten daraus verabschieden, droht das Aus!

Der BDSE hat daher eindringlich an alle nicht teilnehmenden Schuhlieferanten appelliert, sich der Entsorgungs- und Verwertungslösung der Schuhbranche anzuschließen bzw. wieder anzuschließen. Zumal Herstellern empfindliche Bußgelder drohen, wenn sie ihrer Entsorgungsverpflichtung nicht nachkommen. Der Schuhhandel wiederum sollte prüfen, ob seine Lieferanten sich um die Verpackungsrücknahme – Verkaufs- wie Transportverpackung – kümmern, und von diesen konsequent einen Nachweis einfordern. Ein entsprechendes Abfrage-Formular ist auf der BDSE-Website zu finden unter www.bdse.org (Rubrik Infos/Fachthemen, Stichwort Verpackungsentsorgung).

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