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Tabak

Verbandsgründung rückt näher

Am 2. September soll es soweit sein: Dann treffen sich Initiatoren und Interessierte aus der Tabakbranche in Berlin, um den geplanten Dachverband aus der Taufe zu heben.

Er soll Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) heißen. Die Gründungsunterlagen wurden bereits verschickt.

Auf der Tagesordnung im „Drive. Volkswagen Group Forum“ Unter den Linden stehen neben dem Gründungsakt der Beschluss der Satzung, eines Verhaltenskodex, der Finanz- und Beitragsordnung sowie der Geschäftsordnung des Vorstands. Danach wird der neue Verbandsvorstand gewählt, der sich im Anschluss zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenfindet. Fragen zum neuen Verband beantworten Reemtsma-Chef Michael Kaib sowie Landewyck-Geschäftsführer Hans-Josef Fischer.

Voraussichtlich in der kommenden Ausgabe wird DTZ den BVTE in einem großen Interview mit Kaib, Fischer und Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV), näher beleuchten.

Sesselwechsel bei Philip Morris

Seit 1. August leitet Claudia Oeking das Geschäftsfeld External Affairs bei Philip Morris in Deutschland (PMG) und wird gleichzeitig neues Mitglied der Geschäftsführung. Sie folgt damit auf Jörg Waldeck, der den Konzern verlässt, um sich neuen Aufgaben zu widmen.

In der neuen Position verantwortet die ausgebildete Radiojournalistin die für den Dialog mit der Öffentlichkeit zuständigen Funktionen und die PMG-Außendarstellung – die Unternehmens- und Wissenschafts-kommunikation, die Hauptstadtrepräsentanz sowie die Pressearbeit und die Corporate Social Responsiblity; darunter ist die gesellschaftliche Verantwortung der Firma als Teil des nachhaltigen Wirtschaftens zu verstehen.

Zum Geschäftsfeld der Unternehmenssprecherin gehören weiter die Fachbereiche zur Regulierung und Besteuerung von Tabakprodukten und verwandten Erzeugnissen sowie zur Bekämpfung des illegalen Zigarettenhandels.

„Durch unsere Transformation haben wir die einzigartige Chance, eine rauchfreie Zukunft Realität werden zu lassen. Hierfür müssen wir alle relevanten Interessensgruppen über die Chancen risikoreduzierter Produkte für die Gesellschaft aufklären. Hierzu haben wir mit Claudia Oeking eine ausgewiesene Expertin für External Affairs als neue Geschäftsführerin gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass sie diese Aufgabe mit ihren herausragenden Fähigkeiten erfolgreich meistern wird“, sagt Markus Essing, Vorsitzender der PMG-Geschäftsführung.

Claudia Oeking ist seit dem Jahr 2013 bei Philip Morris und hatte in dieser Zeit verschiedene leitende Positionen im Politik- und Kommunikationsbereich im In- und Ausland inne. Von 2017 bis Anfang 2019 war sie als Mitglied der Geschäftsleitung von Philip Morris Austria in Wien tätig. Zuletzt betreute sie als Director External Affairs Innovation in der Konzernzentrale von Philip Morris International im schweizerischen Lausanne internationale Politik- und Kommunikationsprojekte. Ein besonderer Fokus ihrer neuen Position bei PMG wird darauf liegen, den umfassenden Wandel des Unternehmens weiter voranzutreiben.

„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe bei Philip Morris. Die Tabakindustrie ist an einem Wendepunkt, den wir als Marktführer vorantreiben: Von der Zigarette hin zu besseren Alternativen für erwachsene Raucher, die nicht aufhören. Daraus ergeben sich viele Fragestellungen für die Regulierung des Markts, für Aufklärung und Prävention. Hierzu einen offenen und faktenbasierten Dialog in der Gesellschaft zu forcieren, mit Vertretern von Wissenschaft und Forschung, Politik und Behörden, Medien, Nichtregierungsorganisationen, Verbrauchern und der Wirtschaft, ist eines meiner zentralen Ziele als Geschäftsführerin“, kommentiert Oeking ihre neue Position.

Report: „Hilfe beim Ausstieg!“

Chances of quitting tobacco can more than double with the right support. Die Chancen, mit dem Rauchen aufzuhören, sind mit der richtigen Unterstützung mehr als doppelt so hoch.“ Das ist der Leitsatz des aktuellen WHO-Reports zum Thema „Tabak“.

Rauch-Gegner wird das freuen, die E-Zigarettenbranche weniger, die Tabakunternehmen gar nicht. Denn während Hersteller und Händler von Liquids und Hardware unermüdlich deutlich machen, dass Dampfen im Vergleich zum Rauchen die deutlich weniger gesundheitsbedenkliche Variante sei, Nikotin zu konsumieren, stellt die WHO auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer an den Pranger.

So heißt es, Electronic Nicotine Delivery Systems (ENDS) könnten gerade junge Menschen dazu verleiten, zu schädlicheren Arten des Tabakkonsums zu wechseln. Ein Beleg für diese These findet sich allerdings nicht.

Die von der Organisation vorgeschlagenen Maßnahmen beinhalten unter anderem Werbeverbote, Steuererhöhungen, finanzielle Zuschüsse für Nikotinersatztherapien, zusätzliche hausärztliche Beratung für Raucher oder eine kostenlose Telefonberatung.

Die WHO sieht dabei den Anteil der Raucher an der Weltbevölkerung bei 19,2 Prozent und damit bei rund 1,1 Milliarden Menschen. Das sei innerhalb von zehn Jahren ein Rückgang um 15 Prozent; durch das gleichzeitige Bevölkerungswachstum sei die Zahl der Raucher insgesamt jedoch konstant. 80 Prozent der Raucher lebten in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Zugleich würden acht Millionen Menschen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Der Weltwirtschaft gingen dadurch 1,4 Billionen US-Dollar (rund 1,3 Billionen Euro) pro Jahr durch Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle verloren.

Europas Spitzenreiter in Sachen Rauchen ist laut dem Report Serbien mit 33 Prozent der Erwachsenen, in Deutschland liegt die Quote bei 22 Prozent. Unter zehn Prozent liegt der Anteil in Usbekistan und – dank Snus – in Schweden.

Gericht urteilt gegen Pro Rauchfrei

Die Initiative „Pro Rauchfrei“ wollte zwei Edeka-Märkten verbieten lassen, Schockbilder auf Zigarettenpackungen in Automaten zu verdecken. Doch das Oberlandesgericht (OLG) München entschied anders.

Supermärkte müssen die Ekelbilder nicht sämtlichen Kunden präsentieren. Es war die zweite Niederlage des Nichtrauchervereins in dieser Angelegenheit: Bereits vor einem Jahr hatte das Landgericht München die Klage in erster Instanz abgewiesen.

Nächste Etappe soll nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe sein: „Pro Rauchfrei“ will den Streit durch alle Instanzen durchfechten, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof, wie der Pro-Rauchfrei-Vorsitzende Siegfried Ermer nach der Entscheidung sagte.

Die Richter am OLG argumentierten ähnlich wie das Landgericht vor einem Jahr: Die Schockbilder müssten im Moment des Kaufs auf der Zigarettenschachtel zu sehen sein – doch der Automat an der Supermarktkasse sei nicht Teil der Verpackung, sondern eine „Verkaufsmodalität“, also das Bereitstellen der Zigaretten für den Verkauf.

Nach Einschätzung des Gerichts werden den Käufern auch keine wesentlichen Informationen vorenthalten, wenn sie die Gruselfotos erst vor dem Bezahlen zu sehen bekommen, auch wenn es sich nur um einen sehr kurzen Moment handelt. Ermer warf der deutschen Politik nach dem Urteil Kungelei mit der Tabakindustrie vor.

f6 kommt jetzt aus Polen

Im Osten Deutschlands schätzen viele Raucher die DDR-Kultmarke „f6“ aus der Zigarettenfabrik in Dresden. Nun hat Philip Morris die Produktion allerdings nach Polen und Tschechien verlegt.

Seit Anfang Juni werden die f6 in Werken in Krakau und Kutna Hora produziert. Philip Morris hatte 1990 die früheren VEB „Vereinigte Zigarettenfabriken Dresden“ übernommen, die Produktion am Standort Dresden weitergeführt.

Als Grund für die Produktionsverlagerung führt der Konzern nach Medienberichten das neue Nachverfolgbarkeitssystem Track?&?Trace an. Das Aufbringen des fälschungssicheren Codes auf die Zigarettenschachteln ist laut Philip Morris „mit Dresdner Maschinen technologisch nicht machbar“.

Die etwa 300 Dresdner Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Die „f6 Cigarettenfabrik“ behält ihren Namen, werde sich aber künftig auf Feinschnitt konzentrieren, schrieb „Bild“.

Aus DDR-Zeiten existieren neben „f6“ noch „Karo“ und „Cabinet“.

Elektronisches Bezahlen flächendeckend?

Forderungen des Verbandes Bitkom, die Händler dazu zu verpflichten, mindestens eine elektronische Zahlungsart anzubieten, bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) als überflüssig.

„An die 90 Prozent der rund eine Million Kassen in Deutschland akzeptieren bereits in irgendeiner Form elektronische Zahlungen. Für die wenigen Händler, die elektronische Zahlungen bisher nicht anbieten, sind die Angebote der Zahlungsdienstleister schlicht unattraktiv. Das kann auch ein Gesetz nicht ändern, es würde die derzeitigen Angebote eher zementieren und wie ein Konjunkturprogramm für Anbieter wirken“, sagt HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel.

Die Zahlungsdienstleister sind nach seiner Ansicht folglich in der Pflicht, wettbewerbsfähige Angebote zu machen. „Wer die Digitalisierung bei der Bezahlung im Einzelhandel weiter voranbringen will, muss dafür sorgen, dass die Infrastruktur dafür vorhanden und bezahlbar ist“, so Binnebößel weiter. Dazu gehöre auch eine Überarbeitung der Verordnung zu Interbanken-Entgelten oder die Umsetzung neuer Instant-Payment-Verfahren.

Megamarkt Convenience wächst weiter

Vor fünf Jahren erzielten die Verkaufsstellen im Convenience-Markt einen Umsatz von gut 28 Milliarden Euro, 2018 waren es mehr als 32 Milliarden Euro. Für 2023 werden nach BBE-Media-Berechnungen knapp 39 Milliarden Euro erwartet.

Diese Zahlen stellt der neue BBE-Media-Branchenreport „Convenience“ vor. Für den Report wurden insgesamt über 1000 Verbraucher und über 100 Entscheidungsträger aus Unternehmen im Convenience-Markt befragt. Nicht mehr ganz so stark wachsen die etablierten Convenience-Formate wie Kioske, Tankstellen und Bäckereien. Doch der Convenience-Trend hält weiter an. So verzeichneten etwa die klassischen Einzelhandelskanäle wie Vollsortimenter, Discounter und Drogeriefachmärkte mit Convenience-Food-Sortimenten ein überdurchschnittliches Wachstum.

Der BBE-Media-Branchenreport untersucht unter anderem, welche Erfolgsfaktoren bei Convenience-Shops zu berücksichtigen sind und welche Trends beziehungsweise Merkmale den Convenience-Markt der Zukunft ausmachen. Weitere Informationen bei der BBE Handelsberatung in München (www.bbe.de).

HDE-Konjunkturumfrage "Einzelhandel Sommer 2019“

Politische Entscheidungsträger glaubwürdig, nachdrücklich und schnell zu informieren ist ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Tätigkeit der Einzelhandelsverbände. Die Umfragen zur konjunkturellen Entwicklung erbringen wertvolle Ergebnisse für die Vertretung der Interessen des Einzelhandels. Selbstverständlich werden alle Angaben vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Rückschlüsse auf Ihr Unternehmen sind in keiner Weise möglich. Zum Online-Fragebogen gelangen Sie über folgenden Link: https://de.surveymonkey.com/r/KUSOEHV