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Lebensmittel

Containern löst das Problem nicht

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) spricht sich dagegen aus, das so genannte Containern zu legalisieren.

Der Verband lehnt damit einen Vorstoß des Hamburger Justizsenators ab, der darauf abzielt, das Wühlen nach Nahrungsmitteln in den Mülltonnen von Lebensmittelmärkten strafffrei zu stellen. Ein entsprechender Antrag steht auf der Tagesordnung der Justizministerkonferenz, die am 5. und 6. Juni 2019 in Lübeck stattfindet.

Der Vorstoß erweckt den falschen Eindruck, im Lebensmittelhandel würden Millionen Tonnen noch verzehrfähiger Lebensmittel weggeworfen. Richtig ist, dass lediglich circa vier bis fünf Prozent der in Deutschland entsorgten Nahrungsmittel im Lebensmittelhandel anfallen. Weit mehr als die Hälfte werden in privaten Haushalten entsorgt. Eine Legalisierung des Containerns würde das Problem nicht lösen.

Lebensmittel, die Händler nicht mehr verkaufen können, die aber noch verkehrsfähig sind, werden in der Regel an karitative Organisationen gespendet. Das sind beispielsweise die Tafeln. Sie versorgen Menschen, die auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen sind.

Aus Sicht des BVLH besteht die Gefahr, dass der Vorstoß als politisches Signal dafür verstanden wird,  jeder könne sich straffrei aus den Mülltonnen seines Supermarktes um die Ecke bedienen. Es ist schwer vorstellbar, und kann auch nicht im Sinn der Initiatoren sein, dass es demnächst erlaubt sein soll, über Zäune zu klettern und Schlösser aufzubrechen, nur um an noch vielleicht verzehrfähige Lebensmittel zu gelangen, die in den Tonnen vermutet werden.

Die Lebensmittelhandelsunternehmen arbeiten daran, die anfallenden Verluste weiter zu senken. Sie verbessern die Warenwirtschaft, um den Wareneinkauf noch besser am Kundenbedarf auszurichten. Sie schulen die Belegschaft, um die Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema zu steigern und sie klären Ihre Kunden auf, zum Beispiel über den Sinn des Mindesthaltbarkeitsdatums, um auch bei Verbrauchern das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu schärfen.

Projekt „Fischbestände online“ um 3 Jahre verlängert – Handel und Industrie setzen Einsatz für bestandserhaltende Fischerei fort

m Februar dieses Jahres ist das Projekt „Fischbestände online“ um drei Jahre verlängert worden. Die Datenbank dokumentiert die Situation kommerziell genutzter und besonders für den deutschen Markt relevanter Seefischbestände. Sie enthält aktuell Informationen zu rund 180 Fischbestände aus weltweit über 30 Fischarten. Für 76 Bestände gibt es zudem sehr ausführliche Datenblätter. Mit der Projektverlängerung kann die Datenbank bis 2022 weiter ausgebaut werden.

„Fischbestände online“ ist eine Initiative des Lebensmittelhandels und der Fischwirtschaft. Die Datenbank ist eine Maßnahme von Handel und Industrie zur Förderung einer bestandserhaltenden Fischerei. Ihr Zweck ist es, allgemein verständliche Informationen über den Zustand von Seefischbeständen zentral zu erfassen. Die Daten werden vom Johann Heinrich von Thünen-Institut gesammelt und in der Regel jährlich aktualisiert.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema finden Sie hier. Er erscheint ebenfalls in Ausgabe 4 der Fachzeitschrift „Lebensmittel Praxis“ am 15. März dieses Jahres.