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Handelsverband Baden-Württemberg schlägt Alarm: Umsatzminus für Händler im Oktober

15. Dezember 2017

Nach dem starken Umsatzminus für den baden-württembergischen Einzelhandel im Oktober, fordern Hermann Hutter, Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg und Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann, mehr Unterstützung von Politik, Kommunen und Gewerkschaften: „Die derzeitigen Veränderungen für den Handel können wir nur gemeinsam mit allen verantwortlichen Akteuren schultern.“ Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat für den Oktober ein Umsatzminus von zwei Prozent für den Einzelhandel errechnet.

Für die Händler im Südwesten läuft es in diesem Jahr nicht besonders gut. Für die Monate Januar bis Oktober hat das Statistische Landesamt in Stuttgart ein Umsatzplus von gerade einmal 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr errechnet. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum hat der Einzelhandel im gesamten Deutschland ein Plus von 2,4 Prozent erwirtschaftet.

„Durch die Digitalisierung befindet sich der Einzelhandel derzeit in der größten Umbruchphase, die wir je erlebt haben“, sagt Sabine Hagmann, „und diese Entwicklung schlägt sich wohl auch auf den Umsatz nieder.“

Angesichts der neuen Minuszahlen verdeutlichte Hutter, „dass wir nun alle einem Strang ziehen müssen, um diese Misere zu beenden“. Politik, Kommunen und Gewerkschaften müssten sich gemeinsam für attraktive Innenstädte einsetzen, um den dortigen Einzelhandel zu stärken. Außerdem, so Hutter, müsse die „Willkür“ rund um das Thema Sonntagsöffnung beendet werden, die den Geschäften schade.

Lobend erwähnte Hutter in diesem Zusammenhang das Stuttgarter Wirtschaftsministerium, das mit dem Landesförderprogramm „Digitalisierungsprämie“ seit Mitte dieses Jahres kleinere mittelständische Unternehmen branchenübergreifend bei ihren Digitalisierungsvorhaben unterstützt.

Ende November hatte es ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs gegen die Stadt Sindelfingen gegeben, mit dem Handel und Kommunen beim Thema Sonntagsöffnung in die Schranken gewiesen wurden. „Dieses Urteil hat gezeigt, dass das Ladenöffnungsgesetz in Baden-Württemberg der Willkür Tür und Tor öffnet. Hier muss nachgebessert werden“, sagt Sabine Hagmann. Der Anlassbezug müsse aus dem Gesetz genommen und gegen eine objektiv überprüfbare Regelung ausgetauscht werden. „Es müssen klare Regeln her, sodass Handel und Kommunen solche Verkäufe besser planen können“, so Hagmann weiter.

Ein weiterer Hemmschuh, der dem Handel im Südwesten zusetze, sei die Bürokratisierung. „Alle Verantwortlichen müssen das Thema Entbürokratisierung weiter vorantreiben“, betont Hagmann. Die Landesregierung in Stuttgart sei vor kurzem mit gutem Beispiel vorangegangen, als sie das Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr wieder abschaffte und im kommenden Jahr einen Normenkontrollrat zum Bürokratieabbau einführen will.

Auch das Thema Ladendiebstahl mache dem Handel weiterhin schwer zu schaffen. Die Kriminellen gingen immer dreister vor und verursachten nicht nur hohen finanziellen Schaden, sondern sie sorgten auch für große Unsicherheit in der Belegschaft, sagte Hutter. Eine Zahl für Baden-Württemberg gibt es nicht, laut einer Schätzung des Handelsverbandes büßte die Branche im Bundesgebiet 2016 mehr als zwei Milliarden Euro wegen Diebstahls durch Kunden ein. Elektrogeräte, Küchenmaschinen, Tabakwaren oder teure Füller sind begehrte Objekte.

 

Kontakt: Hilmar Pfister, Pressesprecher, Telefon 0711 6 48 64 46, Mobil 0160 7 45 55 15,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Handelsverband Baden-Württemberg vertritt die politischen Interessen von über 40.000 Handelsunternehmen in Baden-Württemberg. Der Handel stellt den drittgrößten Wirtschaftszweig dar mit 500.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, ca. 18.000 Auszubildenden und einem Umsatz von ca. 90 Mrd. Euro. Der Verband bietet zudem mit der Dienstleistungsplattform www.handel-scout.de eine Art „Wikipedia“ für den Handel an, welche angereichert mit Partnern aus den einzelnen Dienstleistungsbereichen und deren Wissen, für einzelne Bereiche Lösungen darlegen. Das daran angegliederte Weiterbildungsangebot www.handel-scout-akademie.de setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: Präsenzschulungen und ELearning.

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